Die Starwings verloren das Verbandsderby beim BC Boncourt deutlich mit 69:87 (26:45).
Mit einer kaum existierenden Saison-Vorbereitung, vom Coronavirus gekennzeichnet und mit fehlendem Spielrhythmus standen die Birsfelder Basketballer im Jura auf verlorenem Posten – und zeigten doch phasenweise, über welches Potenzial eine gesunde Equipe verfügen würde.
Von Georges Küng
«Wir begannen die Partie unkonzentriert und ohne Intensität in der Verteidigung». Der dies sagt, heisst Dragan Andrejevic und ist der Cheftrainer der Starwings, welche von allen neun Nationalliga-A-Teams die sub-optimalste Vorbereitung auf die Saison 2020/21 gehabt haben. Zuerst eine zehntägige Quarantäne für die drei US-Profis Deondre Burns, Matthew Milon und Nathan Krill – und danach das Unheil mit dem Coronavirus, der verhinderte, dass die Equipe weitere 10 Tage nicht trainieren konnte.
So begann am Samstagabend eine Partie, in der es nach fünf Minuten schon 15:5 für den Gastgeber stand. Und damit war der Match vor leeren Rängen bereits entschieden. «Das Skore im ersten Viertel von 26:11 sagt alles aus; nebst einer ungenügenden Defense fanden wir in der Offensive keine Lösungen und forcierten unsere Würfe», so Andrejevic.
Boncourt-Topskorer Devin Cooper wirbelte und skorte – und sein Antipode, Starwings-Captain Branislav Kostic, wurde zum Spielball degradiert. Solid die beiden Boncourt-»Türme» Milos Jankovic und ex-Starwings-Center Nemanja Calasan. Gut Juraj Kozic, der alleine mehr punktete als alle Starwings-Schweizer Spieler zusammen.
Aber beim Gast gab es durchaus einige Lichtblicke. Spielmacher Burns kann skoren und mit der Zeit wohl auch das Spiel seiner Teamkollegen noch besser lenken, während «Wurfmaschine» Milon gerade bei den Dreiern eine ungenügende Quote (zwei von zehn) hatte. Allerdings müsste man für den begnadeten «Shooter» auch offene Würfe kreieren, was selten gelang. Und doch stand es nach 25 Minuten plötzlich 53:45 – für einen kurzen Moment hatte man das Gefühl, dass die Unterbaselbieter ins Spiel zurück gefunden hatten. Aber es war ein zu kurzes Aufkeimen der Hoffnung, die Partie kehren zu können. Wenig später stand es 66:47 – ein 13:2-Run der Jurassier knickte jegliche Ambitionen der Birsfelder.
Immerhin darf man konstatieren, dass die zweiten 20 Minuten von den Starwings gewonnen wurden. Weniger gut, dass das Schweizer Quintett bloss elf Zähler beitrug, während beim BCB die nationalen Akteure 39 Punkte skorten. Und jeder der Schweizer Starwings-Basketballer kam zu viel Einsatzzeit (mindestens 17 Minuten), Kostic und Ilija Vranic, die Entdeckung der letzten Saison, schafften zusammen in 40 Minuten… Null Punkte! Dass Trainer Andrejevic darob, milde gesagt, «not very amused» war, sei auch erwähnt.
Ohne Gewähr wird es bereits am Mittwochabend für die Starwings weiter gehen. Mit SAM Massagno gastiert eine Equipe in der Sporthalle Birsfelden, welche vor einer Woche beim Meister und Europacup-Teilnehmer Fribourg Olympic gewonnen hat. Unschwer zu erraten, wer Favorit und wer krasser Aussenseiter sein wird…
BC Boncourt – Starwings 87:69 (45:26)
Salle Sportive/Le Chaudron. – 0 Zuschauer. – SR: Michaelides/Tagliabue/Carr.
Boncourt: Cooper (24), Fongué (6), Juraj Kozic (18), Calasan (13), Jankovic (11); Seylan (10), Solioz, Savon (5), Wälti; Petar Kozic.
Starwings: Burns (24), Kostic, Milon (15), Vranic, Sane (12); Krill (7), Davet (2), Haile (5), Milinkovic (4), Fasnacht: Pausa, Weibel.
Bemerkungen: Beide Teams komplett. – Viertelsresultate: 26:11, 19:15 (45:26); 21:21 (66:47) und 21:22 (87:69). – Fouls: Boncourt 21, Starwings 21.